Zur Übersicht Max von Craftnote | 01. January 1970

Zur aktuellen Corona-Situation im Handwerk

Welche Dinge haben oder werden sich im Arbeitsalltag von Handwerkern wo und wie verändern? Wir geben einen Ausblick über die momentane Lage für Handwerker in Zeiten von Corona.

Das Geschehen um die Corona-Pandemie ändert sich stetig, womit das Thema immer aktuell bleibt. Nachdem wir zuletzt über die bisherigen Lehren für Handwerksbetriebe aus der Krise informiert haben, lohnt sich auch ein Blick auf die verschiedenen Gewerke und Arbeitsorte des Handwerks. Wie ist die Arbeit auf der Baustelle, der Werkstatt oder dem Geschäftsladen von der Corona-Krise betroffen? Wie hat sie sich verändert? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es? Nach den aktuellen strengeren beschlossenen Maßnahmen ab dem 2. November sind Handwerksbetriebe laut ZDH „teils mittelbar und teils unmittelbar“ davon betroffen. Dabei betont die Bundesregierung „auch in der Pandemie Industrie, Handwerk und Mittelstand sicheres Arbeiten möglichst umfangreich zu ermöglichen“.

Die wichtigsten Maßnahmen, um das zu gewährleisten ist immer noch die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln. Diese sind:

  • mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand halten,
  • auf „Händegeben“ möglichst verzichten,
  • Hände gründlich und regelmäßig mit Wasser und Seife waschen,
  • in die Ellenbeuge Husten oder Niesen,
  • regelmäßig Lüften,
  • Büroarbeiten möglichst ins Homeoffice verlegen,
  • Schutzmasken oder Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, falls der Abstand nicht eingehalten werden kann (geschlossene Räume).

Dazu kommt richtiges Verhalten bei Krankheitssymptomen und Quarantäne. Fühlt sich ein Handwerker krank oder ist in Quarantäne, sollte er den Betrieb sofort benachrichtigen und zu Hause bleiben. Dasselbe gilt auch für den Kontakt mit Kunden.

Die Lage auf der Baustelle

Die gute Nachricht: auf der Baustelle kann weitergearbeitet werden. Doch die Auftragslage durch finanzielle Probleme bei Kunden oder Ausfälle durch Infektionen bringen Unsicherheiten mit sich. Jedoch gilt, wie in jedem anderen Arbeitsbereich, eine besondere Verantwortung von Arbeitgebern, die sich im Arbeitsalltag der Mitarbeiter fortsetzt. Dabei ist seit der Pandemie in Deutschland durch eine angemessene Gefährdungsbeurteilung und Pandemieplanung ein Hygienekonzept zu erstellen, das Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen schützt. Dazu gehören die allgemeinen Hygieneregeln. Unter freiem Himmel ist das weniger problematisch wie in engeren Räumen. Mund-Nasen-Masken sind hier nur bei engerem Kontakt unter 1,5 bis 2 Metern notwendig.

Teambesprechungen vor Arbeitsbeginn und Pausen im Baustellencontainer müssen allerdings unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden – Abstand halten, Maske tragen und nicht zu viele Menschen auf engem Raum. Dasselbe erschwert außerdem die konforme Fahrt zur Baustelle. Festgeschriebene Kolonnen mit bestimmten Mitarbeitern haben sich hier als wirkungsvoll erwiesen. Zudem gibt es auf der Baustelle mehr Möglichkeiten, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Unnötiger Kontakt zum Kunden wird vermieden. Hierbei sind auch die Mitarbeiter angehalten, ihre Kontakte auf das Nötigste zu beschränken, um das Risiko für Corona-Fälle innerhalb der Firma zu reduzieren.

Schwierige Zeiten für Gebäudereiniger

Tatsächlich musste bisher schon jedes vierte Gebäudereiniger-Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Die Branche ist immerhin die beschäftigungsstärkste des deutschen Handwerks. Zwar ist der Bedarf nach Hygiene und Reinigung groß, doch bleiben viele Kunden mit der Schließung vieler Geschäfte und Büros im Zuge der Maßnahmen aus. Denn in leeren Räumen mit Mitarbeitern im Home Office muss auch nicht mehr häufig geputzt werden. Mit den neuen Maßnahmen zum 2. November dürfte sich die Situation wieder verschärfen. Allerdings gibt es auch Bereiche wie Glas- und Sonderreinigungen, in denen das Geschäft mit Putzaktionen gestiegen ist.

Der Aufwand für die Beachtung der Hygienevorschriften ist allerdings höher als in anderen Gewerken. Gerade da viel Zeit in Räumen verbracht wird beziehungsweise sogar Gebäude nach Corona-Infektionen gereinigt werden. Hier sind die Ansteckungs- sowie die Verbreitungsgefahr durch Mitarbeiter höher. In Gebäuden sind eine Maske sowie die Beachtung der Hygienevorschriften damit unabdingbar.

In der Werkstatt mit Maske und Co.

Für alle Handwerker in den Werkstätten gilt seit ein paar Wochen ebenfalls eine verschärfte Maskenpflicht. Aber es kann trotzdem weitergearbeitet werden. Beim Bewegen in der Werkhalle muss allerdings eine Maske getragen werden, die am jeweiligen Arbeitsplatz abgenommen werden kann. Wichtig ist außerdem die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln im Arbeitsalltag sowie die sofortige Meldung von Krankheitssymptomen von Mitarbeitern. Ein positiver Fall kann hier schnell die komplette Firma lahmlegen, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet werden. Büroarbeiten werden zusätzlich ins Home Office verlegt, wenn es möglich ist. Ein Schritt einiger Firmen ist zudem, die Mitarbeiterzahl im Betrieb durch Schichtarbeit zu verringern, damit sich nur eine kleine Anzahl an Menschen im Gebäude aufhält.

Wo liegen die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Corona-Pandemie den Arbeitsalltag in vielen Bereichen des Handwerks prägt und prägen wird. Dabei gibt es allerdings Unterschiede innerhalb dieser Bereiche. Nicht alle Betriebe können in der Krisenzeit stabile Auftragslagen nachweisen oder „normal“ arbeiten. Wer an der frischen Luft arbeitet, ist einem anderen Infektionsrisiko und meist mit anderen Maßnahmen konfrontiert als bei der Arbeit in Gebäuden.

Die Gemeinsamkeiten liegen in Situationen, bei denen mehrere Personen auf engem Raum zusammenkommen unter Beachtung von Hygienevorschriften. Hier werden Handwerksbetriebe immer vorsichtiger, um Ansteckungen zu vermeiden und Vorgaben einzuhalten. Außerdem hat sich auch der Kontakt mit Kunden in vielen Bereichen verändert. Weniger direkter Kontakt und wenn, dann nur mit Abstand und Maske.

Weiterlesen:

Craftnote schafft Dir mehr Zeit für's Wesentliche!
Termin buchen