Zur Übersicht Max von Craftnote | 07. October 2020

Corona im Handwerk: 5 wichtige Lehren für Betriebe

Was kann das Handwerk aus dem bisherigen Verlauf der Coronakrise lernen und auf was sollte in nächster Zeit geachtet werden, damit Dein Handwerksbetrieb weiter krisensicher bleibt.

Seit März hat die Coronapandemie das gesellschaftliche Leben und die Arbeitswelt kurzerhand auf den Kopf gestellt: Was vorher undenkbar schien, ist plötzlich Normalität. Abstands- und Hygieneregelungen veränderten den Kontakt zu Kunden sowie das Miteinander im Betrieb – gerade, um Risikogruppen und die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dazu kam der „Lockdown“, der viele Branchen wie das Handwerk, in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Doch welche Lehren können aus der ersten Krisenzeit gezogen und was muss in den kommenden Monaten beachtet werden, um gut durch die Pandemie zu kommen? Wir geben Dir fünf Anhaltspunkte.

1. Auf die eigene Liquidität sowie die Bonität der Kunden achten

Die Coronakrise zieht nicht spurlos am Handwerk vorbei, was Auswirkungen auf Finanzen und Mitarbeiter im Handwerksbetrieb hat: Handwerksbetriebe sollten sich in Zeiten der Krise um ihre Liquidität kümmern. Um an finanzielle Mittel zu kommen, können zum Beispiel

  • Förderprogramme, Sofort- und Überbrückungshilfen genutzt werden.
  • Außerdem lohnt es sich nicht unbedingt notwendige Investitionen, wenn möglich, hinauszuschieben.
  • Daneben kann es sinnvoll sein in der nächsten Zeit auslaufende Verträge oder langfristig angelegte Kredite zu verlängern.

Damit behältst Du eine bessere Verhandlungsposition. Gerade längerfristige Verträge sollten zudem auf Ausstiegsklauseln geprüft werden oder ob diese verlängert werden können, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fehlende Zahlungsfähigkeiten bei Kunden verschärfen die Situation zunehmend. Gerade da die Coronapandemie mehrere Branchen hart erwischt, wirkt sich das bis zum Privatkunden aus. Deshalb ist es wichtig, im Voraus die Bonität des Kunden zu prüfen. Doch wie geht das am besten?

  • Der „Bonitätsindex“ von Auskunftsfirmen wie „Creditreform und Bürgel“ kann wichtige Hinweise auf die Zahlungsfähigkeit geben. Was noch?
  • Bei Kapitalgesellschaften wie GmbH, Co. KG und AG kann sich ein Blick in den „elektronischen Bundesanzeiger“ lohnen. Doch hier muss darauf geachtet werden, wie aktuell die Einschätzungen sind.

2. Zahlungsausfälle vermeiden durch Teilabrechnungen und Co.

Tipp zwei schließt direkt am Ersten an: Wirtschaftliche Probleme der Kunden, ausgelöst oder verschärft durch die Coronasituation, können Handwerksunternehmen schnell in Bredouille bringen. Doch das kann durch verschiedene Ansätze vermieden werden:

  • die Bauhandwerkersicherung nutzen,
  • kurze Zahlungsziele setzen und vermehrt in Teilleistungen abrechnen,
  • Sicherheiten beziehungsweise Vorauszahlungen und Anzahlungen verlangen,
  • oder eine Zahlungsgarantie von der Bank verlangen.

Vor allem kürzere Zahlungsziele, Teilabrechnungen und Vorkassenzahlungen stellen in der unvorhersehbaren Situation sicher, dass zumindest ein Teil des Geldes in den Kassen landet. Eine weitere speziellere Möglichkeit, wenn es um größere Summen geht, sind Forderungsausfallversicherungen. Diese sind aber nicht günstig und lohnen sich damit erst bei Aufträgen mit größerem Volumen.

3. Die Marketing-Maschine anwerfen und Social Media nutzen

Eine Möglichkeit wäre, mit Kundenempfehlungen für Aufsehen zu sorgen. Nach Ende jedes Auftrages sollte Kunden die Chance gegeben werden, die komplette Arbeit zu bewerten. So lässt sich erstens sehen, wo Verbesserungsbedarf herrscht und zweitens kann positives Feedback zu Werbezwecken genutzt werden. So wird der Kundenstamm gefestigt und mögliche Neukunden durch Empfehlungen dazugewonnen. Insgesamt kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass Aufträge von allein an Land gezogen werden. Um sich von der Konkurrenz abzuheben und schneller am potenziellen Kunden zu sein, lohnt sich deshalb ein gezieltes Marketing.

Eine weitere Strategie ist die Außendarstellung des Handwerksbetriebes auf Social-Media-Seiten: Dazu zählen Facebook, Instagram, TikTok und Co. Nur rund 30 Prozent der Handwerksunternehmen sind auf „Social-Media“-Kanälen vertreten, aber die Zahl der Nutzer und die verbrachte Zeit auf den Kanälen steigt laut Umfragen. Diese Kanäle finden alle vermehrt Platz im alltäglichen Leben von potenziellen Kunden oder Mitarbeitern. Hier können Handwerksunternehmen ansetzen und durch Bild und Videomaterial zeigen, welche Kompetenzen und Qualitäten sie haben. Das Handwerk ist eine Branche, die gut abgebildet werden kann, da jeden Tag etwas Sichtbares geschaffen wird.

4. Videokonferenzen statt Vor-Ort-Besuche

Kunden oder Mitarbeitergespräche in der Firma, Kundentreffen vor Ort oder der Austausch mit anderen Kollegen gehörten vor der Coronakrise zum Alltag dazu. Gerade in einer Branche wie dem Handwerk ist der direkte Kontakt enorm wichtig. Doch mit den Abstandsregeln oder Rücksicht auf Risikogruppen müssen Alternativen her, um diesen wichtigen Kontakt nicht zu verlieren. Die Lösung: Videochats mit Teams, Zoom, Skype und Co. So lässt sich von Angesicht zu Angesicht kommunizieren und das Infektionsrisiko senken. Auch Anfahrten werden reduziert und nur noch im wichtigsten Fall in Anspruch genommen, was Zeit und Geld spart.

5. Nicht nur eine Hausbank haben

Auch Banken können von der Coronakrise betroffen sein, wenn Zahlungsausfälle sich häufen und damit die Kreditvergabe konservativer gestaltet wird. Zudem ist es immer gut, mehrere Optionen bei Kreditinstituten zu haben, um die besten Konditionen für den Betrieb zu bekommen. Deswegen ist es ratsam, Kontakt zu mindestens einer weiteren Bank aufzunehmen. Egal ob es dem eigenen Betrieb nun gut oder schlechter ergeht. Eine erste Maßnahme für den Kontakt ist die Eröffnung eines Kontos mit optionaler Einreichung des Jahresabschlusses oder der Jahresplanung.

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