Warum eine Kündigung im Handwerk nicht schwerfallen muss

Was Du bei einer Kündigung zu beachten hast, diese angemessen kommunizierst, dich fair von Mitarbeitern trennst und letztlich eine Win-Win Situation daraus schaffst.

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Zur Übersicht Max von myCraftnote | 13. November 2019

Jeder Handwerksunternehmer wird früher oder später mit einer Kündigungssituation konfrontiert sein, was vielfältige Gründe haben kann. Zum einen ist es möglich, dass der Betrieb Überkapazitäten besitzt oder Umsatz- und Auftragsrückgänge verzeichnet. Zum anderen kann es ein, dass ein Mitarbeiter mit dauerhaft mangelhafter Leistung oder gar anhaltenden Regelbrüchen auffällt. Wer hier nicht richtig handelt, riskiert, dass die Firma zusätzlich Schaden nimmt. Inkonsequenz kann auf die Arbeitsmoral der anderen Mitarbeiter drücken. Kommt es letztlich zur Kündigungsentscheidung gibt es für Chefs einiges zu beachten, damit es im Nachhinein nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Was es bei der Kündigung zu beachten gilt

Zu allererst gilt es als Chef formell genau und fair zu handeln. Hierbei muss eine Kündigung immer schriftlich erfolgen. E-Mail oder SMS zählen also nicht. Wird eine Freistellung des Mitarbeiters vor Ablauf der Kündigungsfrist gewünscht, muss dies im Schreiben kommuniziert werden. Zudem ist der Chef verpflichtet den Arbeitnehmer darauf hinzuweisen, sich umgehend beim Arbeitsamt zu melden, um Sperren des Arbeitslosengeldes zu verhindern. Formell ist eine ordentliche und außerordentliche Kündigung zu unterscheiden.

Die erstgenannte Variante, orientiert sich an der gesetzlich vorgeschriebenen Frist. Greift dabei das Kündigungsschutzgesetz, muss nach einer Aufforderung eine Begründung beigelegt werden. Das Schutzgesetz greift bei Betrieben von über 10 Mitarbeitern und einer Tätigkeit von mindestens sechs Monaten. Bei einer außerordentlichen Kündigung (fristlos) muss sich nicht an die gesetzliche Frist gehalten werden, da ein wichtiger Kündigungsgrund besteht. Dieser muss auf Nachfrage mitgeteilt werden und spätestens für das Arbeitsgericht nachvollziehbar sein. Darunter fallen zum Beispiel Straftaten oder Beleidigungen bei der Arbeit.

Kündigung richtig Kommunizieren

Eine Kündigung richtig zu kommunizieren fällt vielen Chefs nicht leicht. Zum einen ist das Arbeitsverhältnis im Handwerk meist freundschaftlicher, zum anderen spielt die Unsicherheit aufseiten des Arbeitgebers eine große Rolle. Fragen wie: „Ist das der letzte Ausweg, lag der Fehler vielleicht bei meinem Führungsstil, reichen die Verfehlungen aus für eine Entlassung oder was gibt es formell zu beachten, hat der Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht gute Chancen?“, kommen häufig dabei auf. Allerdings ist es wichtig, eine Kündigung im Handwerk bei einem nachvollziehbaren Grund konsequent durchzuziehen. Dabei sollte offen und fair kommuniziert werden. Deshalb ist es wichtig ehrlichen Kündigungsgrund zu nennen und seine Betroffenheit darüber zum Ausdruck zu bringen. Das zollt von Respekt dem Arbeitnehmer gegenüber, was für das Arbeitsverhältnis im Handwerk wichtig ist. Zudem kann ein Feedback für das nötige Verständnis beim Entlassenen sorgen, um es in Zukunft besser zu machen.

Die negativen Folgen von Nichtentlassung und Emotionalität

Da es Vorgesetzten oft nicht leichtfällt, sich von einem Mitarbeiter bei Fehlverhalten zu trennen, wird dies zu oft toleriert. Wer als Chef nicht seiner Rolle entsprechend agiert, kann seine Autorität gegenüber den anderen Mitarbeitern verlieren. Im schlimmsten Fall bleibt der angemahnte Mitarbeiter und Kollegen nehmen sich in Zukunft ähnliches Fehlverhalten heraus. Das schlägt letztendlich auf die Arbeitsmoral innerhalb sowie auf das Ansehen außerhalb des Betriebes. Eine weitere Negativsituation ergibt sich aus Emotionalität beim Kündigungsgrund. Kommt es hier zu Kurzschlussentscheidungen als Chef, kann der Kündigungsgrund vor dem Arbeitsgericht erfolgreich angefochten werden. Anschließend fallen mögliche Zusatzkosten an, die bei einer überlegten und formal korrekt ausgeführten Kündigung gespart wären.

Von der Win Win Situation bis hin zur Beratung

Außerdem kann es förderlich sein, wenn die Kündigung dem Mitarbeiter nicht nur offen und fair kommuniziert wird, sondern in speziellen Fällen auch neue berufliche Perspektiven aufzeigt. Geschieht die Entlassung zum Beispiel aus finanziellen Gründen, ist es ein Zeichen von Respekt, andere Kollegen aus dem Handwerk zu empfehlen. Somit können beide Parteien trotzdem mit einem positiven Gefühl auseinandergehen und ein geschätzter Kollege eine weitere Arbeitskraft hinzugewinnen. Ist man als Chef immer noch unsicher in Kündigungsfällen, kann es hilfreich sein, professionelle Beratung hinzuzuziehen. Hier gibt breites Spektrum an Coaches und Personalberatern, die sich mit den Formalitäten bestens auskennen. Des Weiteren bringt es etwas, das eigene Führungsverhalten regelmäßig zu reflektieren, um in Zukunft routinierter mit solchen Situationen umgehen zu können. 

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Dirk Stefen