13. Februar 2021
Geschrieben von: Max Lehmann
Wie Dein Betrieb vom Smart-Home-Boom profitiert

Die steigende Nachfrage für Smart-Home-Systeme lässt das Handwerk in mehreren Bereichen profitieren. Wir zeigen Dir, was es damit auf sich hat.

Seit der internationalen Vorstellung 2014 erfreut sich die Technologie immer größerer Beliebtheit. Allein in Deutschland besitzt laut Bitkom-Studie bereits jeder vierte Verbraucher mindestens ein Smart-Home-Gerät. Intelligente Leuchten, Heizungsthermostate oder Sicherheitsanlagen sind deshalb unter anderem die Objekte der Begierde. Die zentralen Gründe dafür liegen bei den Wünschen nach mehr Wohnqualität, effizienterem Energieverbrauch und mehr Sicherheit. Von der steigenden Nachfrage profitieren bereits einige Handwerksgewerke. Ein Grund Deinen Betrieb im passenden Falle zum Thema weiterzubilden? Definitiv!

Deshalb erfährst Du im Weiteren:

  • Was es Grundlegendes zum Thema zu wissen gibt?

  • Welche Trends im Bereich Smart-Home-Systeme herausstechen?

  • Welches Potenzial sich für Deinen Handwerksbetrieb bietet? 

  • Wie Du davon profitieren kannst?

  • Und warum intelligente Heizungen bereits ein gutes Beispiel dafür sind?

Kurz und knapp: Was hat es mit Smart-Home-Systemen auf sich?

„Smart Home“ bezeichnet grundlegend zweierlei: Zum einen die Verbindung von Haustechnik und Haushaltsgeräten und zum anderen die Verknüpfung von Geräten der Unterhaltungselektronik. Hierzu können einzelne Technologien wie intelligente Leuchten, Heizungsthermostate oder Sicherheitsanlagen sowie mehrere vernetzte Systeme gezählt werden. Ein Beispiel wären Photovoltaik-Anlagen, die Strom für Bereiche eines Hauses liefern. Insgesamt soll smarte Technologie das Wohngefühl angenehmer gestalten oder Energie effizienter und nachhaltiger nutzen. Wobei das Handwerk in mehreren Hinsichten unabdingbar ist.

  • Zum Ersten als Verkäufer und Berater für interessierte Kunden.

  • Zum Zweiten als Installationsbetrieb, der die gekaufte Technik nutzbar macht.

  • Und als Drittes als Ansprechpartner für Reparaturen und Wartung.

Quelle: Bitkom Research 2020
Die Trends des Smart-Home-Bereichs

Diese lassen sich anhand der repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2020 von „Bitkom Research“ (Zur kompletten Studie) festmachen. Dabei befragte das Institut rund 1500 Menschen zum Thema Smart-Home-Systeme. Daraus ergab sich zum einen, dass bereits 37 % der befragten mindestens ein Smart-Home-Gerät besitzen. Zum anderen zeigte sich, dass intelligente Lampen und Leuchtsysteme (mit 23 %) am gefragtesten sind, erfolgt von smarten Heizungsthermostaten (mit 15 %) und smarten Alarmanlagen (18 %).

Quelle: Bitkom Research 2020

Als wichtigste Beweggründe zum Kauf stellten sich der Reihenfolge nach „Komfort und Lebensqualität, Sicherheit, Energieeffizienz und Kosten sparen“ heraus. Außerdem steht bei Kunden die leichte Handhabung (Englisch: „Usability“) im Vordergrund.

Hier steckt Potenzial drin

Aussichtsreiche Prognosen lieferte beispielsweise das Marktforschungsinstitut „Splendid Research“ mit einer Umfrage aus dem Jahr 2020. (Komplette Studie) Hierzu befragte das Institut in einer repräsentativen Umfrage knapp 1500 Menschen in Deutschland. Neben den 37 % Prozent, die bereits ein Smart-Home-System besitzen, zeigt sich das Potenzial in den zusätzlichen 38 %, die daran interessiert sind.

Neben den 37 % Prozent, die bereits ein Smart-Home-System besitzen, zeigt sich das Potenzial in den zusätzlichen 38 %, die daran interessiert sind.

Zudem ist der Anteil an Benutzern gestiegen, die mehrere Systeme miteinander verbinden. Innerhalb eines Jahres von 12 % auf 18 % in 2020. Gesunken ist hingegen die Zahl an Befragten, die eine Anschaffung ablehnt. Somit lässt sich zeigen, dass die Nachfrage im Bereich Smart-Home nicht abreißt, was letztendlich interessant für das Handwerk ist. Gerade da der Absatz an Anwendungen im Handwerksfachgeschäft seit 2018 um 8 % auf insgesamt 19 % gestiegen ist.

Wie Du davon profitieren kannst

Aus den Ergebnissen der Studien lässt sich herauslesen, dass es für bestimmte Gewerke sinnvoll sein kann, sich zum Thema weiterzubilden und den Betrieb auf die Zukunft vorzubereiten. Werden mehr intelligente Systeme verkauft, steigt auch der Bedarf an Handwerkern zur Installation, Reparatur oder Wartung. Außerdem nutzen gut 45 % der Befragten aus der „Splendid-Umfrage“ das Internet bei der Suche nach passenden Informationen zum Thema. Betriebe mit einem guten und gezielten Internetauftritt können hier Kunden für sich gewinnen. Gerade in Bezug auf Licht und Wärme (Energieeffizienz) wird sich die Nachfrage erhöhen, da dies auch staatlich gefördert wird.

Daneben lassen sich die bisherigen genannten Nachteile von Kunden mit der Technologie in Vorteile im Angebot Deines Betriebes umwandeln:

  • Der Nutzen lässt sich zwar erkennen, aber der Einbau ist zu kompliziert.

  • Lohnt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis?

  • Die Bedienung ist nicht verständlich.

  • Furcht vor dem Missbrauch persönlicher Daten.

Hier lässt sich mit gezielten Informationen und Expertise Vertrauen gewinnen und ein Mehrwert anbieten. Ein Mehrwert, der in Zukunft immer gefragter werden wird und damit das Bestehen des Handwerksunternehmens sichert.

Ein gutes Beispiel: Intelligente Heizungen

Gemeint ist in dem Fall unter anderem der intelligente Stromzähler, auch „Smart Meter“ genannt. Konkret kommuniziert das Gebäude beim „Smart Meter“ mit dem Energiesystem, welches dann direkt beispielsweise über ein Tablet angepasst werden kann. Somit ist es möglich, Smart-Home-Geräte mit dem Energiesystem des Hauses (z. B. Photovoltaik-Zellen) zu verbinden. So soll das Smart Meter dazu beitragen, CO²-Emissionen zu reduzieren und so ein Schritt Richtung Energiewende zu gehen. Weiterführend ist der Plan, das System bis 2032 als Standard zu etablieren.

Ein Schritt, der ohne die beteiligten Handwerksgewerke wie SHK und Elektro nicht umsetzbar wäre.

Ein Schritt, der ohne die beteiligten Handwerksgewerke wie SHK und Elektro nicht umsetzbar wäre. Zudem unterstützt die Bundesregierung solche Vorhaben mit Fördermitteln im Rahmen des Gebäudesanierungsprogramms. Es könnte sich demnach lohnen, Deinen Handwerksbetrieb in dem Bereich weiterzubilden und auf den neuesten Stand zu bringen.

Max Lehmann Redakteur @craftnote

Passionierter Schreiber und Student mit einem Fokus auf Themen zum Handwerk