Warum eine gute Gefährdungsbeurteilung auf Baustellen wichtig ist

Welche Risiken Sie bei der Gefährdungsbeurteilung einer Baustelle beachten müssen und welche Gefährdungsbeurteilungs-Vorlagen Ihnen bei der Erstellung helfen können.

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Zur Übersicht Max von myCraftnote | 24. Februar 2020

Branchen wie das Handwerk, die auf einer Baustelle tätig sind, gehören zu den risikoreichsten in Deutschland. Auf 1000 Arbeiter kommen in einem Jahr rund 55 Verletzte. Laut Statistik finden fast drei-viertel aller tödlichen Arbeitsunfälle auf Baustellen statt. Dabei ist die häufigste Todesursache das Abstürzen von bestimmten Hilfsmitteln. Daneben birgt auch das Arbeiten mit speziellen Werkzeugen, das Verarbeiten von gefährlichen Materialien, die Gefahr von herabstürzenden Gegenständen oder das Arbeitsumfeld mit großen Maschinen ein erhöhtes Unfallrisiko. Hier greifen das Arbeitsschutzgesetz sowie berufsgenossenschaftliche Vorschriften. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, auf dem Arbeitsplatz für die Sicherheit sowie Gesundheit seiner Mitarbeiter zu sorgen. Wie wird das am besten umgesetzt? Durch die Gefährdungsbeurteilung im Handwerk.

Deshalb ist eine ordentliche „Gefährdungsbeurteilung Baustelle“ enorm wichtig

Macht sich der Chef vor Arbeitsbeginn Gedanken um eine gute Gefährdungsbeurteilung lassen sich arbeitsschutzgesetzliche Vorschriften einfacher einhalten und Mitarbeiter nicht unnötig in Gefahr bringen. Das beugt längeren Ausfällen von Handwerkern vor. Wird die Beurteilung danach noch gut kommuniziert, kann zudem effizient am Projekt gearbeitet werden. Alle Mitarbeiter wissen, auf was geachtet werden muss. Danach lassen sich dementsprechend besser individuelle Schutzmaßnahmen für die Baustelle festlegen. Ähneln sich Bautätigkeiten in Zukunft, kann auf ordentlich erstellte Beurteilungen zurückgegriffen werden. Außerdem lässt sich mit dem Wissen präventiv gegen Unfallrisiken vorgehen.

Zuerst Arbeitsanforderungen erfassen und Arbeitsschritte konkretisieren

Bevor eine präzise Gefährdungsbeurteilung Baustelle erstellt werden kann, sollten zunächst alle wichtigen Bautätigkeiten erfasst werden. Welchen Umfang hat der anstehende Auftrag? Vor allem: Was muss gemacht werden und was wird dazu gebraucht? Ein Unterschied wären beispielsweise:

Arbeiten mit Fahrzeugen und größeren Maschinen,

Gerüstarbeiten

oder kleinere Renovierungstätigkeiten.

Daneben hilft es sich klar zu machen, welche einzelnen Arbeitsschritte erfolgen. Das fängt beim Aufbau von Geräten oder Gerüsten an und endet beim Abbau eben dieser. Sind dazwischen Abkippvorgänge von gebrauchten Materialien geplant? Stehen Schweiß- oder Sägearbeiten an? Werden alle wichtigen Arbeitsschritte im Vorhinein erfasst, lassen sich Risiken anschließend besser erkennen.

Gefährdungssituationen erkennen und erfassen

Ist genau klar, wie der Auftrag ausgeführt werden soll, lässt sich im nächsten Schritt schnell erkennen wo genau das Gefährdungsrisiko liegt. Wenn Fahrzeuge auf die Baustelle fahren, sind potenziell immer anwesende Personen gefährdet. Kommen Gerüste oder Kräne zum Einsatz, können immer Gegenstände auf Handwerker herunterfallen. Ein weiteres Beispiel sind Arbeiten mit bestimmten Werkzeugen wie Sägen oder Schweißgeräten. Bei fehlender Konzentration oder falscher Benutzung können hier schnell böse Verletzungen geschehen. Noch mehr Risikopotenzial auf der Baustelle ergibt sich aus unübersichtlichen Situationen mit anderen Firmen. Arbeiten mehrere Firmen gleichzeitig an einem Projekt, müssen bestimmte Arbeiten untereinander abgestimmt werden. Auch das muss eine gute Gefährdungsbeurteilung beinhalten.

Schutzmaßnahmen festlegen und koordinieren

Sind die Gefährdungssituationen erst bekannt und eingegrenzt, lassen sich effektive und vor allem präventive Schutzmaßnahmen festlegen. Das beginnt bei angemessener Schutzkleidung der Handwerker. Bei schweren Arbeitsmaterialien schützen Stahlkappenschuhe vor Quetschungen. Werden beispielsweise alte Dächer renoviert, können Atemmasken und Handschuhe vor möglichen Asbest, Schimmel oder Vogelkot schützen. In anderen Situationen bewahrt ein Helm vor schlimmen Verletzungen bei herabstürzenden Gegenständen. Arbeiten mehrere Firmen gleichzeitig an einer Baustelle, ist meistens ein Sicherheitskoordinator angebracht. Dieser kann im besten Fall ein Sicherheitskonzept ausführen, das auf den Gefährdungsbeurteilungen beruht. Damit mit lässt sich für reibungslose Abläufe sorgen.

Nutzen Sie kostenlose Gefährdungsbeurteilungs-Vorlagen und bereits vorhandene Dokumente

Bei Gefährdungsbeurteilungen von größeren Projekten muss auf viele Details sowie Sachverhalte geachtet werden. Allerdings müssen nicht alle Punkt selbst erstellt werden, da es bereits grundlegende Vorlagen oder bestehende Beurteilungen im Internet gibt. Diese müssen im besten Fall nur durch individuelle Eigenschaften des eigenen Projektes ergänzt werden. Ein Beispiel hierfür wären kostenlose Vorlagen von Arbeitsschutzexperten. Diese legen eine gute Basis dar, da sie anhand von handwerklichen Erfahrungen konzipiert worden sind. Das spart als Chef wichtige Arbeitszeit und gibt zudem mehr Sicherheit bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung im Handwerk.

Eine weitere Möglichkeit sind Betriebsanleitungen von genutzten Geräten oder Gefahrenhinweise beim Kauf von bestimmten Materialien. Zudem lassen sich wichtige Informationen bei Berufsgenossenschaften oder von anderen am Projektbeteiligten Firmen einholen. 

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Dirk Stefen