Fünf erstaunliche Fakten zum deutschen Handwerk.

Das Handwerk ist einer der umfangreichsten Branchen, aber auch eine Branche, die um Anerkennung und damit um Auszubildende kämpft.

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Zur Übersicht Max von myCraftnote | 12. August 2019

Gut über eine Millionen Handwerksbetriebe waren im Jahr 2018 laut dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) gemeldet. Die meist kleineren Unternehmen, sind aber zusammengenommen ein wichtiger Motor der deutschen Wirtschaft. Circa 5,5 Millionen Menschen bietet das Handwerk eine Arbeit, Tendenz steigend. Wie wichtig das Handwerk ist, übersehen viele jeden Tag auf das Neue. Es muss sich nur umgeschaut werden im Alltag. Von Arbeiten an Gebäuden über dem Klempner bis hin zum Friseur ist alles dem Handwerk zugeschrieben. Der ZDH hat beeindruckende ernste Statistiken zum Handwerk vom Stand 2018. Mit einem Augenzwinkern können auch die Statistiken der Malerei Weismaler aus Berlin begutachtet werden, die mit Humor versucht hat, die Arbeitsleistung und den Verbrauch von Handwerkern in einer Sekunde in Deutschland zu errechnen. Der ein oder andere wird beim Blick auf die speziellen Fakten zum deutschen Handwerk schmunzeln müssen.

Der Umsatz im Handwerk ist in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen.

Im Jahr 2018 verbuchte die Branche laut ZDH einen Umsatz von über 612 Milliarden Euro. Zum Vergleich, im Jahr 2008 betrug der Umsatz circa 520 Milliarden Euro. Das zeigt ein deutliches Wachstum und lässt erwartungsvoll in die Zukunft blicken. Andere Branchen können von solchen Zahlen nur träumen. Unterschätzen sollte das Handwerk also niemand, denn es gibt nicht nur Aspekte wie das sagenumwobene Schönwettergeld auf der Baustelle. Sicherlich schlägt sich die positive Entwicklung in den vollen Auftragsbüchern der Handwerksbetriebe nieder. Auch die Wetterextremen nehmen in Deutschland zu, was den Ausbaugewerken zu Gute kommt. Zahlen des ZDH unterstreichen diese Annahme. Laut einer Umfrage des Verbandes, schätzen 94% aller Befragten Firmen die Auftragslage als befriedigend und gut ein. Das ist aber erst der Anfang zum Thema Handwerkerfakten.

Das Handwerk ist ein wichtiger Motor der deutschen Wirtschaft.

Wie wichtig das Handwerk mit seinen kleineren mittelständischen Unternehmen für die Wirtschaft in Deutschland ist, lässt sich ebenfalls aus den Daten der ZDH Studie entnehmen. 12 % aller Erwerbstätigen arbeiten im Handwerk. Noch dazu machen die Betriebsstände in der Branche 27 % der gesamten Anzahl aus. Außerdem fallen von den 1,3 Millionen Auszubildenden 28 % auf das Handwerk. Das bedeutet, dass der Berufszweig auch in Zukunft interessant für junge Menschen bleibt oder noch attraktiver werden kann. Schließlich lohnt sich auch ein Blick auf die Berufswahl der Auszubildenden im Hinblick auf ihr Geschlecht. Denn bei Frauen ist die meistgewählte Ausbildung mit Abstand der Friseurberuf mit 16 328 Plätzen, gefolgt von der Lebensmittelfachverkäuferin und Bürokauffrau mit 11 201 sowie 7 417. Bei den Männern hingegen liegt der Schwerpunkt eher auf der technischen Ausrichtung. Allerdings ist der KFZ-Mechatroniker auch mit Abstand auf Platz eins (60 633) gefolgt von Elektroniker (39 485) und Anlagenmechaniker (33 308).

Der Berufszweig wird zunehmend größer und digitalisierter.

Ein Beweis dafür ist die seit 2004 steigende Anzahl an Handwerksbetrieben in Deutschland. Seit dem besagten Jahr ist die Zahl der Betriebe von 846 588 auf 1 001 748 gestiegen. In der Differenz zeigt das einen Zuwachs von 155 160 Firmen. Dieser wachsenden Anzahl geht es weitestgehend gut, wie vorher in der rundum guten Geschäftslage erwähnt wurde. Weiterführend sagen laut ZDH 77,5 % aller Handwerksunternehmen, dass sie ihre Geschäftslage im Frühjahr 2019 sogar gut bis sehr gut einschätzen. Dabei erwarten gleichzeitig 42,7 % aller Befragten Firmen eine Umsatzsteigerung in dem Zeitraum. Auf der Gegenseite gingen nur 4120 Unternehmen insolvent, was erwartungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Um eine heikle Situation wie die Insolvenz zu vermeiden und auf dem Markt zu bestehen, passen sich immer mehr Unternehmen an die Digitalisierung der Gesellschaft an mit neuen Technologien, die die Arbeit einfacher und effizienter gestalten. 21,5 % geben bei einer ZDH Umfrage an, in den letzten zwölf Monaten Digitalisierungsmaßnahmen eingebracht zu haben. Vorwiegend geht es dabei um die Themen: Betriebsorganisation, Erschließung neuer Märkte und Daten- sowie Sicherheitsvorkehrungen.

Handwerkerfakten vier und fünf - Pro Sekunde trinken Handwerker 33 Liter Bier und Rauchen 24 Zigaretten.

Wer neben den ernsten Fakten die Situation etwas lockerer sehen will, kann sich mit dem Bericht der Weismaler GmbH beschäftigen. Das Malerunternehmen rechnete deutschlandweite Durchschnittswerte auf die Anzahl der tätigen Handwerker pro Sekunde herunter. Die Ergebnisse sind daher eher mit einem Augenzwinkern als mit ernster Mine zu betrachten, da sie nicht repräsentativ sind. Allerdings kommt unteranderem heraus, dass Handwerker pro Sekunde 33 Liter Bier trinken, 24 Zigaretten rauchen, 24 Meter Rohr verlegen und 294 Liter Farbe verstreichen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich außerdem mit dem wirtschaftlichen Teil des Berichtes befassen. Nach den Angaben setzt das gesamte Handwerk pro Sekunde 18 000 Euro um und nimmt 1580 Euro an Kreditlast auf. 

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Dirk Stefen