27. Mai 2021
Geschrieben von: Max Lehmann
Digitale Fördermittel für Deinen Betrieb im Überblick

Wer sich nicht informiert, zahlt zu viel. Die Kapazitäten für digitale Förderungen im Handwerk sind noch nicht ausgeschöpft, obwohl sie die Kosten der Digitalisierung deutlich vermindern könnten. Höchste Zeit also, einen Blick auf die möglichen Fördermittel zu werfen.

Wer für sein Unternehmen Unterstützung im Bereich Finanzen oder Know-How benötigt, kann auf über 2.400 Förderprogramme in Deutschland zurückgreifen. Egal ob Weiterbildungen, Gutscheine oder fast geschenkte Zuschüsse von mehreren Tausend Euro, die Bandbreite an Hilfsmaßnahmen zu guten Konditionen ist groß. So unterschiedlich sie in ihrer Art und Anwendung sein mögen, haben sie alle dasselbe Ziel: den Betrieb in einem bestimmten Bereich wettbewerbsfähiger zu machen, um Herausforderungen besser zu bewältigen. Jedoch werden Fördermittel noch immer zu wenig genutzt. Für das Handwerk gilt die Digitalisierung beispielsweise als große Herausforderung mit aussichtsreichen Chancen für die Zukunft. Wir haben deswegen eine kompakte Übersicht zum Thema digitale Fördermittel für Dich zusammengestellt.

Im Folgenden erfährst Du…

  • Warum Fördermittel für Handwerksunternehmen wichtig sind

  • Auf was geachtet werden sollte

  • Allgemeines über Fördermittel in Deutschland

  • Welche Fördermittel es im Bereich Digitalisierung gibt

  • Wann sich ein Fördermittelberater lohnt

Warum digitale Fördermittel für Handwerksunternehmen wichtig sind

Gerade im Bereich Digitalisierung sehen sich Handwerksbetriebe mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Sei es bei der Etablierung neuer Arbeitsgeräte, beim Umstieg von analoger zu digitaler Betriebsorganisation, dem Internetauftritt oder der Weiterbildung von Mitarbeitern. Dabei verlangt die Digitalisierung dem Handwerk nicht nur zeitliche Ressourcen für die Informationssuche ab, sondern auch finanzielle Mittel für digitale Investitionen. Bei jeder Investition in diesem Bereich sollte nach Fördermitteln Ausschau gehalten werden. Weil sie kurzgesagt

  • die Liquidität schonen, die Bonität verbessern, 

  • für niedrigere Zinsen und Tilgungen sorgen, Wachstumspotenziale ausschöpfen,

  • die Wettbewerbsfähigkeit steigern, Fachkräfte sichern und neue Arbeitsplätze schaffen können.

Bei jeder Investition in diesem Bereich sollte nach Fördermitteln Ausschau gehalten werden.
Auf was geachtet werden sollte

Wichtig ist es zuerst das Vorhaben zu klären und anschließend nach bestimmten Förderprogrammen zu schauen. Daneben sind die unterschiedlichen Voraussetzungen der Förderung zu beachten. Zudem können viele Fördermittel miteinander kombiniert werden. Deswegen gilt es grundlegend genau zu recherchieren und mögliche Schritte mit den Förderungsgebern im Austausch abzuklären. Dafür hilft bei Zuschüssen beispielsweise ein ausgearbeiteter Geschäftsplan, der klar macht, wie die Mittel dem Betrieb helfen können. Außerdem gilt es auf spezifische Fördermaßnahmen je Bundesland zu achten, die meist bei Verbänden und Kammern erfragt werden können. Doch nun zu den eigentlichen Beispielen.

Welche Fördermittel es im Handwerk für die Digitalisierung gibt

„go-digital“

Diese Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist für Betriebe mit maximal 100 Angestellten und 20 Millionen Euro Jahresumsatz angelegt. Hierbei handelt sich um geförderte Beratungen in den Themenschwerpunkten “IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse und digitale Markterschließungen”. Die Leistung bezieht sich auf maximal 30 Tage Beratung in einem halben Jahr. Gefördert wird dabei 50 % der Beratungsleistung. Das sind gesamt 33.000 Euro und demnach 1.100 Euro pro Beratungstag. Hilfreich ist zudem, dass das beratende Unternehmen den Antrag stellt und somit einiges an Vorbereitungsarbeit entfällt. Detaillierte Infos zu “go-digital” findest du hier während du hier alle in Frage kommenden Beratungsunternehmen findest.

„Digital Jetzt“

Digitale Formulare für den Einsatz auf der Baustelle.
Digitale Formulare für den Einsatz auf der Baustelle.

Unser PDF-Komplettpaket ermöglicht das Ausfüllen, Bearbeiten, Unterschreiben sowie Durchsuchen von Dokumenten, Rapporten oder Berichten in Sekundenschnelle und gewährleistet zudem, dass alle Mitarbeiter stets auf Basis der neuesten Dateiversion arbeiten.

PDF-Formulare kostenfrei downloaden

Bei diesem zweigeteilten Förderzuschuss geht es zum einen um die Investitionen in digitale Technik - wie Hard- und Software - (Modul 1) und zum zweiten um die Weiterbildung von Mitarbeitern mit ihnen (Modul 2). Zur Verfügung gestellt wird das Ganze vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (kurz BMWi), welches Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland von 3 bis 499 Mitarbeitern zulässt. Allerdings ist es für die Antragstellung wichtig, darauf zu achten, dass das Digitalisierungsprojekt noch nicht begonnen wurde und ein gezielter Plan vorliegt, der das Vorhaben und deren Notwendigkeit beschreibt.

Maximal können 50.000 Euro beantragt werden - mindestens 17.000 Euro im “Modul 1” und 3.000 Euro im “Modul 2”. Die genaue Förderhöhe hängt von den Investitionskosten und der Größe des Unternehmens ab. Zusätzlich kommen den Betrieben, die bis zum 01.07.2021 geltenden besseren Förderquoten, zu Gute.

  • Bis 50 Mitarbeiter maximal 50 % (Ab 1.7. noch 40 %)

  • Bis 250 Mitarbeiter maximal 45 % (Ab 1.7. noch 35 %)

  • Bis 499 Mitarbeiter maximal 40 % (Ab 1.7. noch 30 %)

Wer sich näher mit dem Förderprogramm beschäftigen will, bekommt seine Fragen hier beantwortet und mit einem Klick zum Antragsportal.

"ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (Kredit 380)"

Wer ein Darlehen für größere Digitalisierungsvorhaben im Handwerk benötigt, ist beim sogenannten Kredit 380 der KfW Bankengruppe und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie richtig. Gefördert werden hier Investitionen und benötigte digitale Betriebsmittel bei Unternehmen bis maximal 250 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Umsatz. Nach Angaben der KfW beispielsweise

  • IT-Sicherheitskonzepte, digitale Vertriebskanäle, zusätzliche Fertigungsverfahren, 

  • Apps oder digitale Plattformen.

Hierbei handelt es sich um eine minimale Kredithöhe von 25.000 Euro und eine maximale von 7,5 Millionen Euro bei einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren. Daneben werden die Zinssätze individuell nach wirtschaftlicher Lage und Sicherheit des Betriebs berechnet. Zusätzlich lässt sich mit der KfW ein Förderzuschuss vereinbaren oder ein leichter Kreditzugang mit einer Risikoverteilung von bis zu 70 % ermöglichen. Wer das Darlehen beantragen möchte, kann das über die Bank beziehungsweise das Kreditinstitut seiner Wahl tun. Diese setzt sich dann mit der KFW in Verbindung.

Wann sich ein Fördermittelberater lohnt
Gerade bei Kombinationen aus verschiedenen Programmen kann ein Berater mit seiner Expertise helfen

Wem das Thema Förderprogramme zu unübersichtlich erscheint, sich Tipps vom Profi holen oder einfach Aufwand sparen will, für den kann sich auch ein Fördermittelberater lohnen. Gerade bei Kombinationen aus verschiedenen Programmen kann ein Berater mit seiner Expertise helfen: Zum Beispiel bei der Erstellung eines Förderplans für die Zuschussgeber oder bei der Suche nach bestimmten Fördermitteln.

Du interessiert Dich für das Thema Förderung und möchtest mehr erfahren? Dann schau doch in unserem DigiGuide vorbei, wo Fördermittel-Experten wie Kai Schimmelfeder ihr Wissen teilen. Oder recherchiere mit Hilfe des Onlinetools der Förderdatenbank.

Zusätzliche Fördermittel aus den Bundesländern

Da sich die vorherigen Förderungen alle auf Handwerksbetriebe in Deutschland beziehen, dürfen wir an der Stelle nicht die spezifischen Fördermittel auf Bundesländerebene vergessen. Meist besitzt jedes der 16 Bundesländer eigene Förderprogramme für die Digitalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sogar mit einer größeren Fülle an Angeboten als länderübergreifend. Deshalb haben wir für Dich weiter unten einige Beispiele aufgeführt:

Max Lehmann Redakteur @craftnote

Passionierter Schreiber und Student mit einem Fokus auf Themen zum Handwerk